P-Health Ratgeber
- OP-Vorbereitung & Diagnostik
Die Heilung beginnt vor dem ersten Schnitt: So bereiten Sie Ihren Körper gezielt auf eine Operation vor
Die Vorbereitung auf eine plastische Operation beginnt idealerweise vier bis sechs Wochen vor dem Eingriff: mit der ärztlichen Risikoeinschätzung, einer abgestimmten Medikamenten- und Nikotinstrategie, stabiler Gesundheit und einer nährstoffreichen, eiweißbetonten Ernährung. Welche Untersuchungen und Maßnahmen tatsächlich nötig sind, entscheidet das Behandlungsteam individuell. Der nächste sichere Schritt ist daher ein persönlicher Vorbereitungsplan mit Operateur und Anästhesie.
Eine gute Operation beginnt nicht erst im Operationssaal
Wer an eine plastische Operation denkt, richtet den Blick meist auf den Eingriff und das sichtbare Ergebnis. Doch ein wesentlicher Teil der medizinischen Arbeit beginnt früher: Risiken erkennen, körperliche Reserven sichern und den Alltag danach organisieren. Es geht nicht um eine radikale Kur in letzter Minute, sondern um stabile Voraussetzungen für Narkose, Wundheilung und Regeneration.
Die P-Health Journey von Dr. Alexander Papp versteht Vorbereitung deshalb als persönliche Gesundheitsphase. Diagnostik, Ernährung, Bewegung, Schlaf und die Organisation zu Hause werden zu einem Plan verbunden. Ergänzende Anwendungen können hinzukommen, ersetzen aber nie die ärztliche und anästhesiologische Standardvorbereitung.
Sechs bis vier Wochen vorher: Jetzt beginnt die aktive Vorbereitung
Der ideale Startpunkt liegt häufig vier bis sechs Wochen vor dem Eingriff – bei Vorerkrankungen, Blutarmut, Mangelernährung, starkem Übergewicht oder Nikotinkonsum auch früher. Erfasst werden Erkrankungen, frühere Narkosen, Allergien, Blutungs- oder Thromboserisiken und sämtliche Präparate: Medikamente, Abnehmspritzen, Hormone, Schmerzmittel, Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel, Tees und Tinkturen.
Welche Befunde werden gebraucht? Ein Einheitspaket für alle ist nicht sinnvoll. Je nach Gesundheit und Eingriff können Blutbild, weitere Laborwerte, EKG oder fachärztliche Befunde erforderlich sein; bei gesunden Menschen und kleinen Eingriffen genügt oft weniger. Vorhandene Befunde, Medikamentenliste sowie Allergie-, Implantat-, Herzschrittmacher- oder Narkoseausweise gehören zum Termin. Blutarmut, auffälliger Blutzucker oder Nährstoffmängel sollten vor der OP abgeklärt und möglichst behandelt werden.
Ernährungsumstellung: Wundheilung beginnt auf dem Teller
Für Kollagenbildung, Immunabwehr und Gewebereparatur benötigt der Körper ausreichend Energie, Eiweiß und Mikronährstoffe. Die Vorbereitungszeit ist deshalb nicht der Moment für eine unbegleitete Crash-Diät: Rascher Gewichtsverlust bei zu wenig Protein kann Muskelmasse und körperliche Reserven vermindern.
Eine praxistaugliche Umstellung bringt Eiweiß in jede Hauptmahlzeit – etwa über Fisch, Eier, mageres Fleisch, Milchprodukte, die von uns entwickelten P-Cure Produkte oder geeignete pflanzliche Kombinationen. Dazu kommen Gemüse, individuell verträgliche Kohlenhydratquellen, hochwertige Fette und genügend Flüssigkeit. Ziel sind stabile Mahlzeiten, eine gute Verdauung und ein Plan, der nach der OP fortgeführt werden kann. Die passende Eiweißmenge hängt unter anderem von Gewicht, Nierenfunktion, Ernährungszustand und Eingriff ab und gehört individuell festgelegt.
Eine kontrollierte Beobachtungsstudie von 2026 mit 200 Menschen nach einer Bauchdeckenstraffung liefert ein interessantes Signal: Mit einer innerhalb von 24 Stunden nach der OP begonnenen Proteinsupplementierung traten weniger Wundheilungsstörungen – also ein Auseinanderweichen der Wundränder – auf: 6 statt 17 Prozent. Auch Serome wurden seltener beobachtet: 9 statt 18 Prozent. Zudem wurde die vollständige Heilung früher erreicht. Die Studie war jedoch nicht randomisiert, betraf nur einen Eingriff und untersuchte vor allem die postoperative Phase. Sie begründet daher keine pauschale Dosierung für alle Patientinnen und Patienten.
Bei P-Health gilt deshalb nicht „mehr ist besser“, sondern: Mängel erkennen, Protein und Mikronährstoffe bedarfsgerecht sichern. Bei Übergewicht, Insulinresistenz oder Fettleber kann Dr. Papp ausgewählt eine kohlenhydratreduzierte Ernährung einsetzen. Sein Low-Fat-Keto-Ansatz priorisiert im Unterschied zur klassischen, sehr fettreichen Keto-Kost Eiweiß, Gemüse und eine kontrollierte Fettzufuhr.
Eine 2024 publizierte Studie mit 42 Menschen vor einer bariatrischen Operation zeigte nach vier Wochen Gewichts- und Lebervolumenreduktionen.
Der ganzheitliche P-Health-Ansatz: vier Bausteine, ein individueller Plan
Das P-Health-Konzept kann vier Bausteine verbinden: Ernährung, Infusionstherapie, Kräutertrinkkuren und lymphatische Körperanwendungen.
Die Ernährung bildet die tägliche Grundlage. Infusionen mit Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Substanzen können nach Anamnese und gegebenenfalls Labordiagnostik individuell erwogen werden, ersetzen aber keine ausgewogene Kost. NAD+, Glutathion oder einen Myers’ Cocktail Infusion kann zusätzlich empfohlen werden, ist aber keine routinemäßig Behandlungsempfehlung.
Auch „pflanzlich“ bedeutet nicht automatisch risikofrei: Kräuter können Blutgerinnung, Blutdruck, Blutzucker oder Narkosemedikamente beeinflussen. Tees, Tinkturen und Nahrungsergänzungen müssen daher vollständig angegeben und medizinisch freigegeben werden.
Lymphatische Anwendungen können ergänzend eingesetzt werden. Zeitpunkt, Intensität und behandelte Körperregion stimmt das chirurgische Team ab. Bei akuten Infektionen, Thromboseverdacht oder bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen können solche Anwendungen ungeeignet sein – deshalb mit dem behandelnden Arzt absprechen.
Der medizinische Standard bleibt immer die Basis: persönliche OP- und Narkosefreigabe, notwendige Befunde, Behandlung relevanter Risiken, Medikamentenplan, Nikotinreduktion, Infektkontrolle, Nüchternheit und sichere Nachbetreuung. Optionale P-Health-Maßnahmen kommen ergänzend hinzu – aber auch hier gilt: ein bestimmter Heilungsverlauf kann nicht garantiert werden.
Zwei Wochen vorher: Medikamente, Nikotin und Alltag ordnen
Spätestens jetzt muss geklärt sein, welche Medikamente weitergenommen, verändert oder pausiert werden. Blutverdünner, Diabetesmittel, Hormone, Schmerzmittel und GLP-1-Präparate wie Mounjaro, Ozempic oder Wegovy brauchen besondere Aufmerksamkeit.
Wichtig: Nichts eigenständig absetzen. Bei GLP-1-Medikamenten spielen unter anderem Dosierungsphase, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und eine mögliche verzögerte Magenentleerung eine Rolle. Anwendung und Beschwerden müssen frühzeitig an Praxis und Anästhesie gemeldet werden. Deren individuelle Anweisung hat Vorrang.
Nikotinreduktion gehört zu den wirksamsten beeinflussbaren Schutzmaßnahmen. Rauchen erhöht die Risiken für Wundheilungsstörungen, Infektionen sowie Herz- und Lungenkomplikationen. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Vorteile eines Rauchstopps ab ungefähr vier Wochen vor der Operation. Auch E-Zigaretten, Nikotinbeutel und Nikotinersatzpräparate gehören offen ins Gespräch. Wer den Stopp nicht schafft, sollte früh Unterstützung anfordern, statt den Konsum zu verschweigen.
Organisieren Sie außerdem Transport und erwachsene Begleitung, Hilfe für Kinder, Haustiere und Haushalt, Rezepte und erlaubte Hilfsmittel. Häufig benötigte Gegenstände sollten nach der OP ohne Strecken oder schweres Heben erreichbar sein. Leichte, eiweißreiche Mahlzeiten lassen sich vorkochen und portionsweise einfrieren. Alkohol wird nach ärztlicher Vorgabe reduziert oder gemieden; Schlaf und angemessene Bewegung unterstützen die körperliche Belastbarkeit.
Die letzten 72 Stunden: keine Experimente mehr
In den letzten drei Tagen zählen die genauen Anweisungen der Praxis. Jetzt sollten keine neuen Nahrungsergänzungen, Fasten- oder Entwässerungskuren, intensiven Trainingsreize oder ungewohnten Anwendungen mehr begonnen werden. Prüfen Sie Unterlagen, Ankunftszeit, Medikamentenplan, Nüchternheitsvorgaben, Transport und Nachbetreuung.
Wann muss die Praxis kontaktiert werden? Bei Fieber, Erkältung, Husten, Atemwegs-, Magen-Darm-, Harnwegs- oder Zahninfekt, einer neuen Wunde beziehungsweise Hautentzündung nahe dem OP-Gebiet oder einem deutlich schlechteren Allgemeinzustand.
Gemeldet werden müssen außerdem:
- eine mögliche Schwangerschaft,
- neu begonnene Medikamente,
- eine geänderte Dosis einer Abnehmspritze,
- anhaltende Übelkeit oder Erbrechen,
- Fehler bei der Medikamenteneinnahme,
- eine fehlende Betreuung nach dem Eingriff.
Eine Verschiebung kann enttäuschen, ist bei erhöhtem Risiko jedoch manchmal die medizinisch sicherere Alternative.
Am OP-Tag: Sicherheit hat Vorrang
Für die Nüchternheit gelten ausschließlich die Vorgaben der behandelnden Einrichtung. Als allgemeine Orientierung nennen Leitlinien bei vielen Erwachsenen mindestens sechs Stunden ohne feste Nahrung und klare Flüssigkeiten bis zwei Stunden vor der Narkose. Bei fettreichen Mahlzeiten, bestimmten Erkrankungen, verzögerter Magenentleerung oder einzelnen Medikamenten können andere Zeiten gelten.
Wer versehentlich gegessen, getrunken oder ein Präparat falsch eingenommen hat, muss die Praxis sofort informieren. Bitte nicht selbst entscheiden, dass es „schon passen wird“.
Kommen Sie nach Praxisvorgabe ohne Make-up, Nagellack, Schmuck und Kontaktlinsen. Befunde, Ausweise, Medikamentenliste und vereinbarte Hilfsmittel gehören mit. Nach einer Sedierung oder Vollnarkose dürfen Sie nicht selbst mit dem Auto oder anderen Fahrzeugen fahren – auch für öffentliche Verkehrsmittel gilt, dass Sie diese nicht ohne Begleitperson benutzen dürfen.
Ihre persönliche PRE-OP-Checkliste
6–4 Wochen vorher: Vorbereitungstermin vereinbaren; Gesundheits- und Narkosegeschichte angeben; notwendige Befunde festlegen; Anämie, Blutzucker und Ernährungsrisiko prüfen; Ernährung umstellen; Nikotinreduktion beginnen.
2 Wochen vorher: Medikamenten- und Supplementplan bestätigen; GLP-1- und Kräuterpräparate ansprechen; Transport, Begleitung, Haushalt, Mahlzeiten und Nachsorge organisieren.
72 Stunden vorher: Symptome und gesundheitliche Veränderungen melden; keine neuen Kuren beginnen; Unterlagen, Uhrzeit, Nüchternheit, Transport und Betreuung kontrollieren.
Am OP-Tag: Essen, Trinken und Medikamente exakt nach Anweisung; Abweichungen sofort melden; Unterlagen mitnehmen; Begleitung und Heimweg sichern.
Vorbereitung ist keine Garantie – aber eine echte Chance
Auch die beste Vorbereitung kann Komplikationen nicht vollständig ausschließen. Aktive Infekte, unbehandelte Blutarmut oder Mangelernährung, instabile Erkrankungen, schlecht eingestellter Diabetes, starker Nikotinkonsum entgegen der OP-Vorgabe oder eine fehlende Nachbetreuung können dafür sprechen, abzuwarten und den Gesundheitszustand zunächst weiter zu stabilisieren.
Dr. Alexander Papp versteht OP-Vorbereitung als gemeinsame Reise: medizinisch fundiert, persönlich begleitet und mit Blick auf den ganzen Menschen. Wer Ernährung, Diagnostik, Alltag und sinnvolle Ergänzungen rechtzeitig zusammenführt, geht nicht nur besser informiert in den Eingriff – sondern schafft bewusst die Basis, auf der eine gute Regeneration aufbauen kann.
Nächster Schritt: Die individuelle OP-Vorbereitung mit Dr. Alexander Papp ärztlich klären und die P-Health OP-Reise kennenlernen.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die persönliche Operations- und Narkosefreigabe noch individuelle Medikamenten-, Ernährungs- oder Nüchternheitsanweisungen. Die Vorgaben der behandelnden Praxis und Anästhesie haben immer Vorrang.
Quellen und weiterführende Literatur
- Österreichisches Gesundheitsportal: Vor der Narkose – Vorbereitung, Befunde, Medikamente, Infekte und Nüchternheit
- De Hert S. et al.: Preoperative assessment of adults undergoing elective noncardiac surgery: Updated ESAIC guideline. European Journal of Anaesthesiology, 2025.
- Weimann A. et al.: ESPEN practical guideline: Clinical nutrition in surgery. Clinical Nutrition, 2021;40:4745–4761.
- Early Protein Supplementation Enhances Wound Healing and Reduces Complications Following Abdominoplasty: A Controlled Study in Non-bariatric Patients. Aesthetic Plastic Surgery, 2026;50:2145–2159.
- Austin R.E. et al.: The Impact of Protein Nutritional Supplementation for Massive Weight Loss Patients Undergoing Abdominoplasty. Aesthetic Surgery Journal, 2016;36:204–210.
- Impact of nutrition on skin wound healing and aesthetic outcomes: A comprehensive narrative review, 2024.
- Bano G. et al.: Effect of prehabilitation programs on clinical outcomes of patients undergoing major abdominal surgery: A systematic review and meta-analysis, 2026.
- World Health Organization: Smoking greatly increases risk of complications after surgery, 2020.
- International multidisciplinary consensus statement on fasting before procedural sedation and general anaesthesia in adults, 2026.
- American Society of Anesthesiologists: New Multi-Society GLP-1 Clinical Practice Guidance, 2024.
- Preoperative Management of Surgical Patients Using Dietary Supplements – SPAQI Consensus Statement. Mayo Clinic Proceedings, 2021.
- Santella B. et al.: Safety and Effectiveness of a 4-Week Diet on Low-Carb Ready-to-Eat Ketogenic Products as Preoperative Care Treatment in Patients Scheduled for Metabolic and Bariatric Surgery. Nutrients, 2024;16:3875.
- P-Health: Die Reise rund um Ihre Operation
- P-Health: P-Cure – die vier Prinzipien des ganzheitlichen Konzepts
Nutzen, Grenzen und sichere Einordnung
Möglicher Nutzen
Der Beitrag hilft, Themen und Fragen für ein persönliches Gespräch zu strukturieren.
Grenzen / nicht geeignet
Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlungsempfehlung.
Risiken / Nebenwirkungen
Mögliche Risiken und Alternativen hängen vom Verfahren und von der persönlichen Ausgangssituation ab und gehören in das ärztliche Gespräch.
Warnzeichen / Hilfe
Der Ratgeber ist nicht für akute Beschwerden bestimmt. Bei plötzlich auftretenden oder deutlich zunehmenden Beschwerden wenden Sie sich zeitnah an medizinisches Fachpersonal; in einem Notfall an den örtlichen Notruf.