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Mounjaro und Ernährung: Wie aus Gewichtsverlust neue Gesundheit entstehen kann

Mounjaro kann dabei behilflich sein weniger Appetit zu haben. Doch die Spritze allein entscheidet nicht, ob vor allem Körperfett oder auch wertvolle Muskelmasse verloren geht – und ob der Erfolg bleibt. Dr. Alexander Papp versteht die Therapie bei P-Health deshalb nicht als kurzfristige Abnehmkur, sondern als medizinisch begleitetes Zeitfenster für eine neue Lebensweise.

Die Spritze öffnet ein Fenster – hindurchgehen muss man selbst

Tirzepatid, der Wirkstoff von Mounjaro, wirkt an GIP- und GLP-1-Rezeptoren. Er beeinflusst Blutzucker, Sättigung und Appetit. In der EU ist das verschreibungspflichtige Medikament bei Typ-2-Diabetes sowie unter bestimmten Voraussetzungen zum Gewichtsmanagement bei Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen zugelassen – immer ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und Bewegung. [1]

Weniger Hunger eröffnet die Chance, Portionen, Einkauf und Essmuster neu zu gestalten. Wer wegen Übelkeit oder fehlendem Appetit jedoch dauerhaft zu wenig Protein und Nährstoffe aufnimmt, riskiert Schwäche und den Verlust fettfreier Masse. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Gewicht verschwindet, sondern was verloren geht – und was danach bleibt. [7][8]

Was die Tirzepatid-Studie von Prof. Luigi Schiavo zeigt

Eine 2025 veröffentlichte Studie von Prof. Luigi Schiavo begleitete 60 Erwachsene mit Adipositas über zwölf Wochen. Je 30 kombinierten Tirzepatid mit kalorienreduzierter Mischkost oder einer strukturierten Low-Energy-Ketogenic-Therapie (LEKT). Diese lieferte etwa 1.200 Kilokalorien täglich, weniger als 30 Gramm Kohlenhydrate und deutlich mehr Protein; beide Gruppen erhielten eine Ernährungsbegleitung. [2]

Beide Gruppen nahmen ab, unter LEKT ging jedoch mehr Fett verloren. Fettfreie Masse, Muskelkraft und Ruheenergieverbrauch blieben statistisch stabil, während sie unter Mischkost zurückgingen. Die fettfreie Masse sank um etwa 0,5 statt 4,3 Prozent. Die Botschaft: Bei rascher Abnahme müssen Proteinversorgung, Muskeln und Stoffwechsel geschützt werden.

Die kleine, kurze und nicht randomisierte Studie beweist weder „Keto für alle“ noch einen Langzeiteffekt. Sie zeigt aber das Potenzial einer klar geplanten, proteinbetonten Ernährung während der medikamentösen Abnahme.

Eine zweite Studie mit Dr. Alexander Papp: Alltagstauglichkeit einer LEKT zählt

Eine 2024 publizierte Untersuchung mit Dr. Alexander Papp als Co-Autor betrachtete die Umsetzbarkeit. 42 Menschen mit schwerer Adipositas erhielten vor einer metabolisch-bariatrischen Operation vier Wochen lang ein medizinisch geführtes ketogenes Programm mit verzehrfertigen, kohlenhydratarmen Alternativen zu Brot, Pasta, Gebäck oder Snacks. [3]

Alle schlossen das Programm ab. Im Mittel sanken das Gewicht um 6,5 Prozent und das Volumen des linken Leberlappens um 22,3 Prozent. Für den Alltag ist auch die hohe Akzeptanz interessant: Ein Konzept kann nur wirken, wenn es eingehalten wird.

Die Studie stützt vor allem die Idee, dass gut planbare Alternativen Ernährungsbarrieren senken können.

Klassische Keto oder Low-Fat-Keto nach Dr. Papp?

„Ketogen“ bedeutet, Kohlenhydrate so weit zu reduzieren, dass der Körper vermehrt Ketonkörper bildet. Bei klassischer Keto stammt ein großer Teil der Energie aus Fett: Butter, Öle, Käse oder Nüsse ersetzen häufig Brot, Pasta und Zucker; Protein bleibt meist moderat. [4]

Der von Dr. Papp eingesetzte Low-Fat-Keto-Ansatz setzt andere Prioritäten: Kohlenhydrate bleiben niedrig, Nahrungsfett wird jedoch gezielt dosiert statt unbegrenzt ergänzt. Hochwertiges Protein soll Muskulatur und Sättigung unterstützen; Gemüse, Ballaststoffe und Mikronährstoffe werden bewusst geplant. „Low Fat“ heißt weniger Fett als bei klassischer Keto – nicht fettfrei. Essenzielle Fettsäuren bleiben notwendig.

Ziel ist eine proteinbetonte, energiereduzierte Ketose, bei der mehr Energie aus körpereigenen Reserven kommen soll. Eine einheitliche wissenschaftliche Definition von „Low-Fat-Keto“ gibt es nicht; die Makronährstoffe müssen individuell festgelegt werden. Unter Mounjaro, bei Diabetesmedikamenten oder Erkrankungen von Niere, Leber und Gallenwegen ist medizinische Begleitung wichtig.

Darf man während der Behandlung alles essen?

Es gibt keine allgemeine Verbotsliste. Entscheidend sind Menge, Qualität und Verträglichkeit. Tirzepatid verlangsamt die Magenentleerung und kann besonders zu Beginn oder nach einer Dosissteigerung Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen verursachen. Große, sehr fettreiche Mahlzeiten, viel Alkohol und hastiges Essen können Beschwerden verstärken. Besser verträglich sind oft kleine Portionen, langsames Essen und ein Stopp beim ersten Sättigungssignal. [1][6]

Ein hilfreiches Prinzip: zuerst Protein, dazu Gemüse und – passend zum Konzept – ballaststoffreiche Kohlenhydrate oder kontrollierte hochwertige Fette. Eier, Fisch, Topfen, Joghurt, Tofu und Hülsenfrüchte liefern mehr als bloße Kalorien. Genuss darf bleiben; bewusste Portionen sind nachhaltiger als starre Verbote.

Spezialisierte Produktlinien wie P-Cure Produkte können eine praktische Brücke sein. Im Sortiment sind kohlenhydratreduzierte Pasta, Knusperbrot-Alternativen, Grissini sowie süße und pikante Snacks. Für „Zwieback“ zum Beispiel werden 16,04 Gramm Protein, 2,7 Gramm Kohlenhydrate, 6,5 Gramm Fett und 11,3 Gramm Ballaststoffe ausgewiesen. Des Weiteren enthalten die Produkte pro Nahrungseinheit mindestens 4,5 Gramm Kollagenpeptide, 4 Gramm Akazienfasern sowie 2 Gramm Inulinfasern.

Diese Produkte machen den Einstieg leicht und können Portionierung und Durchhalten unterstützen, sind aber kein Ersatz für Gemüse, naturbelassene Proteinquellen und Vielfalt. Zutaten, Allergene, Salz, Süßungsmittel und Portionen müssen zum Plan passen.

Wie lässt sich Muskelabbau verhindern?

Bei größerem Gewichtsverlust geht meist nicht nur Fett verloren. In einer DXA-Unterstudie von SURMOUNT-1 entfielen unter Tirzepatid etwa 75 Prozent der Abnahme auf Fett und rund 25 Prozent auf fettfreie Masse. Diese ist nicht mit reiner Skelettmuskulatur gleichzusetzen, macht Muskelschutz aber zu einem zentralen Therapieziel. [7]

Drei Bausteine zählen: eine gute Proteinquelle zu jeder Hauptmahlzeit, regelmäßiger Kraftreiz und Verlaufskontrolle. Die Proteinmenge hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Nierenfunktion ab. Zwei bis drei angepasste Krafteinheiten pro Woche können sinnvoll sein, ergänzt durch Ausdauerbewegung. Taillenumfang, Krafttests sowie gegebenenfalls Bioimpedanz oder DXA zeigen mehr als die Waage. Schwäche, sehr rascher Verlust oder dauerhaft geringe Nahrungsaufnahme gehören abgeklärt. [6][8]

Während Mounjaro für die Zeit danach trainieren

Eine Spritze verändert Sättigung, aber sie kauft nicht ein, kocht nicht und löst kein emotionales Essen. Nachhaltigkeit beginnt deshalb während der Behandlung: Protein und Gemüse vorrätig halten, Mahlzeiten planen, Wasser anstatt Limonaden wählen, langsam essen, Snackreize reduzieren und neue Antworten auf Stress oder Belohnungsessen finden.

Ein tragfähiges System muss auch an Arbeitstagen, auf Reisen und bei Einladungen funktionieren. Nach Ausnahmen kehrt man ohne Schuldgefühl zur Routine zurück. P-Health verbindet medizinische Verlaufskontrolle mit individueller Stoffwechselernährung und Dr. Papps Schwerpunkten in ketogener Ernährung und ganzheitlicher Medizin. [9]

Nimmt man nach dem Absetzen immer zu?

Nein, nicht jeder Mensch nimmt zwangsläufig alles wieder zu. Das Risiko ist jedoch real. In SURMOUNT-4 verloren die Teilnehmenden während einer 36-wöchigen Tirzepatid-Phase im Mittel 20,9 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Anschließend erhielt eine Gruppe Tirzepatid weiter, die andere für 52 Wochen Placebo; Ernährungs- und Bewegungsberatung lief weiter.

Unter fortgesetzter Behandlung sank das Gewicht nochmals um durchschnittlich 5,5 Prozent. Nach dem Wechsel auf Placebo stieg es im Mittel um 14 Prozent. Mindestens 80 Prozent des zuvor erzielten Verlusts hielten 89,5 Prozent in der Gruppe der weiterbehandelten, jedoch nur 16,6 Prozent der Placebogruppe. Trotzdem lag die Absetzgruppe am Ende durchschnittlich noch 9,9 Prozent unter ihrem Ausgangsgewicht. Wiederzunahme war also häufig, aber weder bei allen gleich noch immer vollständig. [10]

Eine spätere Analyse zeigte, dass 54 von 308 Personen weniger als ein Viertel des verlorenen Gewichts wieder zunahmen. Die Mehrheit gewann jedoch mindestens 25 Prozent zurück, teils zusammen mit ungünstigeren Blutdruck- und Stoffwechselwerten. [11]

Kann man die Wiederzunahme verhindern?

Vollständig ausschalten lässt sie sich durch keine Ernährung. Auch langsames Ausschleichen ist keine wissenschaftlich bestätigte Garantie. Ob Mounjaro fortgeführt, verändert oder beendet wird, muss ärztlich entschieden werden.

Das Risiko lässt sich aber wahrscheinlich verringern: durch Muskelerhalt, Kraft- und Ausdauertraining, protein- und ballaststoffreiche Mahlzeiten, Schlaf, Gewichtskontrolle und weitere Begleitung. Steigen Gewicht oder Taillenumfang über mehrere Wochen, sollte früh reagiert werden. Eine Studie mit Liraglutid – nicht Tirzepatid – zeigte, dass Menschen mit strukturiertem Training das Gewicht ein Jahr nach Therapieende besser hielten als jene mit Medikament allein. Das ist nicht direkt auf Mounjaro übertragbar, stärkt aber die Idee, Bewegung schon während der Behandlung fest zu verankern. [12]

Der P-Health-Ansatz: nicht einfach leichter, sondern langfristig stärker

Mounjaro ist ein wirksames Werkzeug. Die Qualität des Ergebnisses entsteht jedoch aus Medikament, Ernährung, Bewegung und persönlicher Begleitung. Die beiden Studien rund um Prof. Schiavo und Dr. Papp lenken den Blick auf zwei entscheidende Punkte: Körperfett sollte möglichst reduziert und Muskulatur geschützt werden – und das Konzept muss so alltagstauglich sein, dass Menschen es umsetzen können.

Der ganzheitliche Ansatz von P-Health beginnt deshalb nicht bei Verboten, sondern bei der individuellen Ausgangslage. Er verbindet medizinische Kontrolle, eine passende – gegebenenfalls proteinbetonte Low-Fat-Keto-Ernährung –, Muskelschutz und eine Strategie für die Zeit nach der Spritze. So wird aus weniger Appetit die Chance auf neue Routinen und aus Gewichtsverlust im besten Fall ein Gewinn an Gesundheit.

Mounjaro darf nur unter ärztlicher Begleitung eingesetzt, verändert oder abgesetzt werden. Anhaltendes Erbrechen, Austrocknungszeichen, starke oder anhaltende Bauchschmerzen sowie Symptome einer schweren allergischen Reaktion müssen rasch medizinisch abgeklärt werden.


Studien und Fachquellen

  1. European Medicines Agency: Mounjaro – Zulassung, Anwendung und Risiken
  2. Schiavo L et al.: Tirzepatide Plus Low-Energy Ketogenic Therapy. Nutrients. 2025;17:1216
  3. Santella B et al.: Low-Carb Ready-to-Eat Ketogenic Products as Preoperative Care Treatment. Nutrients. 2024;16:3875
  4. Cleveland Clinic: What Is the Keto Diet and Should You Try It?
  5. Nutrition Strategies for Next-Generation Incretin Therapies: Systematic Scoping Review
  6. Mozaffarian D et al.: Nutritional Priorities to Support GLP-1 Therapy for Obesity
  7. Look M et al.: Body Composition Changes During Weight Reduction With Tirzepatide
  8. Mechanick JI et al.: Strategies for Minimizing Muscle Loss During Use of Incretin-Mimetic Drugs
  9. P-Health: Experten-Team – Dr. Alexander Papp und P-Cure Stoffwechselernährung
  10. Aronne LJ et al.: Continued Treatment With Tirzepatide for Maintenance of Weight Reduction – SURMOUNT-4
  11. Horn DB et al.: Cardiometabolic Changes After Tirzepatide Withdrawal
  12. Jensen SBK et al.: Weight Maintenance With Exercise, GLP-1 Therapy or Both

Nutzen, Grenzen und sichere Einordnung

Möglicher Nutzen

Der Beitrag hilft, Themen und Fragen für ein persönliches Gespräch zu strukturieren.

Grenzen / nicht geeignet

Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlungsempfehlung.

Risiken / Nebenwirkungen

Mögliche Risiken und Alternativen hängen vom Verfahren und von der persönlichen Ausgangssituation ab und gehören in das ärztliche Gespräch.

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